Heute möchte ich euch nur ein Buch vorstellen und zwar eines meiner Lieblingsbücher. Viele Eselsohren, die Stellen kennzeichnen, Bleistiftspuren, die Sätze oder ganze Absätze hervorheben, das Cover zerknittert und leicht von der Sonne ausgeblichenes Papier. Gemeint ist Die Schrift des Freundes von Barbara Frischmuth – the one and only ♡

Frischmuth ist eine österreichische Autorin aus Bad Aussee, Die Schrift des Freundes ist im Jahr 1998 beim Aufbau Verlag erschienen und hat doch seither nichts an Aktualität verloren. Der Roman ist vielschichtig, er erzählt eine Liebesgeschichte, ist verstrickt in diversen Kulturen, Gesellschaften, Schichten und dringt in die dunklen Schatten Wiens ein. Seit jeher ist es schwer Frischmuths Werke in nur ein Genre hineinzupressen.

Die Protagonistin, um die sich die Geschichte rankt, ist Anna Magotti, eine junge und hervorragende Software-Spezialistin aus Wien, die in einer lockeren Affäre mit Haugsdorff, Ministerialrat im Innenministerium, lebt. Zu Beginn scheint der Fokus auf einer Liebesgeschichte zwischen den Kulturen zu liegen, als Anna und Hikmet sich kennenlernen. Doch so schnell der geheimnisvolle Türke auch in ihr Leben getreten war, so schnell verschwindet er auch wieder. Und niemand mag ihn gekannt haben, selbst die eigene Familie nicht. Hängt sein plötzliches Abtauchen vielleicht mit Annas neuester und streng geheimer Arbeit zu einer Softwareentwicklung zusammen, die vom Innenministerium in Auftrag gegeben wurde? Durch das von Anna entwickelte Programm werden Daten potentiell gefährlicher Randgruppen erfasst und vernetzt. Die Beweise verdichten sich, ist Hikmet in illegale Vorgänge innerhalb der alevitischen Gemeinde, der er angehört, verwickelt? Oder ist es vielmehr eine Hetzjagd des Innenministeriums auf Minderheiten? Bekanntlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte…

„ … als sie wieder zu sich kommt, ist ihr erster Gedanke, daß die Wirklichkeit keinen entrinnen läßt, selbst wenn sich das Bewußtsein für kurze Zeit davonmacht. Der Körper bleibt ihr ausgesetzt, dieser Wirklichkeit, die mit dem Tod droht, einer erpresserischen Wirklichkeit, deren Büttel die Angst ist.“ (S.202)

In dem Roman wird nicht nur das Näherbringen von Kulturen, deren Geschichten und Bräuchen thematisiert, vielmehr wird Kritik an der Außenpolitik Österreichs, sowie der Behandlung mit Minderheiten, Migranten und Migrantinnen oder Flüchtlingen laut.

Wir freuen euch schon bald das nächste Mal in unserem SJMB BOOKCLUB begrüßen zu dürfen, doch davor möchten wir euch gerne auf ein tolles Projekt aufmerksam machen, das wir neben anderen Blogger/innen mit dem Otto Magazin – ein Online Katalog im Bereich Mode, Lifestyle, DIY und nun auch Bücher – bestritten haben. In deren neuesten Beitrag findet ihr neben unserer Bücherrezension auch noch weitere tolle Büchertipps. Es lohnt sich auf jeden Fall auch dort vorbeizuschauen.

Alles Liebe!

– in freundlicher Zusammenarbeit mit Otto Magazin –

 

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