Werbung. Heute dürfen wir Euch Katja Frühauf, eine in Pirna geborene Autorin vorstellen, die mit Der Pianist im März 2018 ihr Debütroman beim Novum Verlag vorgelegt hat. Eine Hörprobe zum Roman könnt Ihr hier vorab finden. Bereits 2016 hat Katja Frühauf begonnen ihre ersten Werke auf der Plattform Wattpad zu veröffentlichen. In diesem Gastbeitrag erwartet Euch – in den Worten der Autorin: Ein Schreibratgeber, der keiner werden sollte oder eine Ermutigung für Schreiberlinge!

Schon als Kind habe ich mir haarsträubende Lügen- und Tiergeschichten ausgedacht, offenbar schon damals sehr glaubwürdig, denn auf einmal wurden meine Eltern nach einem nicht existenten Baby gefragt.

– Katja Frühauf
Fotocredit: Katja Frühauf

Tipp #1 Netzwerken

Schreiben ist ein wunderschönes Hobby. Ist jeder, der schreibt, deshalb Autor?
Eine schwierige Stolperfrage. Denn obwohl ich bereits ein eigenes Buch veröffentlicht habe, würde ich mich nicht als Autorin beschreiben.
Warum? Ich glaube, Autor zu sein ist ein Handwerk, welches man mit der Zeit erlernt. Der Weg bis dahin ist vor allem ein Lernprozess. Man begibt sich auf die Suche nach sich selbst und seinem individuellen Schreibstil. Solange ich mich auf dieser Suche befinde, möchte ich mich als Schreiberling bezeichnen. Das nimmt mir den Perfektionsdruck.
Alles eine Frage der Definition. Dank des Internets und verschiedener Plattformen kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen, sei es in Text- oder Bildform und diese sofort mit Gleichgesinnten teilen. Eine wundervolle Möglichkeit sich auszutauschen und weiterzuentwickeln! Ich bin sehr froh und dankbar, dass wir uns vernetzen können und dadurch auch unbekannte Geschichten Leser erreichen und inspirieren.

Tipp #2 Sei authentisch und finde deinen Schreibstil

Sich als Neuling unter den vielen Schreibern einen Namen zu machen, ist keine leichte Aufgabe. Durch die Freiheiten, die uns im Internet gegeben sind, führen zu einer riesigen Informationsflut. Und leider ist nicht alles lesenswert, was hochgeladen wird und nicht alles trifft den eigenen Geschmack oder ist in Rechtschreibung und Grammatik ausgefeilt. Da heißt es fleißig stöbern um sich einen Überblick zu verschaffen.
Oft wird eine vermeintlich gute Idee auch in vielen Geschichten und Variationen wieder und wieder aufgegriffen. Seid also mutig und erobert neue Wege!
Damit einher geht die Frage der Bekanntheitssteigerung, denn jeder möchte Leser für seine Werke begeistern.
Lasst euch nicht von Leserzahlen unter Druck setzen und schreibt nicht, was im Trend liegt nur um diese zu erhöhen. Schreibt, was euch auf dem Herzen liegt. Die Leser werden euch vor allem für eure einzigartigen Texte mit individuellem Stil schätzen. Sie geben euch nicht nur Anregungen für Verbesserungen sondern empfehlen euch auch engagiert weiter. Mit der Zeit wächst euer Netzwerk von allein.
Bis ich die ersten Kontakte geknüpft hatte und bereichernde Gespräche zustande kamen, hat es eine ganze Weile gedauert. Das war nicht schlimm, denn ich bekam Anregungen und konstruktive Hilfe, sodass ich meine Geschichten weiter überarbeiten konnte. Dafür bin ich sehr dankbar!

Fotocredit: Katja Frühauf

Tipp #3 Schreibratgeber

Einige Autoren setzen auf Schreibratgeber. In meinem Regal steht nur ein Buch, was ich euch empfehlen möchte: Romane und Kurzgeschichten schreiben von Herausgeber A. Steele, Autorenhaus Verlag. In jedem Kapitel werden Übungen vorgestellt, die den eigenen Horizont erweitern und die Kreativität anregen.
Verbessert die Menge der gelesenen Ratgeber das Handwerk eines Autors? Die Ratschläge für einen guten Schreibstil sind widersprüchlich. Am Ende ist es wichtig, dass jeder seinen Schreibstil findet. Dieser muss nicht mit jedem Schreibratgeber übereinstimmen.

Tipp #4 Schreibroutinen

Wann und wo schreiben? Einige schwören auf feste Routine und setzen sich jeden Tag an den Schreibtisch. Ich selbst bin da nicht so, ich schreibe, wenn mir danach ist und die Ideen da sind. Manchmal wird dann eben eine Nachtschicht draus, das ist es mir wert.
Jeder sieht das anders, deshalb rate ich euch: probiert mehrere Varianten aus und entscheidet euch für den Weg, der sich für euch gut anfühlt.

Tipp #5 Experimentiere mit Sprache, Genre und Textgattungen

Schriftsteller werden oft gefragt, in welchem Genre sie veröffentlichen. Nicht immer lässt sich diese Frage eindeutig beantworten.
Ich selbst lasse mich nicht gern in Schubladen stecken, denn ich probiere mich gern in verschiedenen Genres und Schreibstilen aus.
So findet man heraus, welche Richtung einem liegt, gleichzeitig ist es eine tolle Chance die eigene Fantasie zu entdecken. Also: fordert euch heraus! Spielt auf der Klaviatur unserer vielseitigen Sprache, mit Stilmitteln und veränderten Erzählperspektiven.
Meist finden sich einige Richtungen, die einem mehr liegen als andere. Diese Erfahrung bereichert euch als Schreiber und stärkt euer Selbstbewusstsein.
Mir zum Beispiel gelingt Poesie in verschiedenen Formen schnell, Liedtexte fallen mir jedoch schwer. Auch Kurzgeschichten gefallen mir sehr gut, egal welche Richtung. So habe ich mich zum Beispiel in den Gattungen Romantik, Science-Fiction, Krimi und Erotik ausprobiert. Hier lest ihr gerade meinen ersten Blogbeitrag!
Legt euch nicht zu schnell fest und probiert neue Wege! Ihr seid Abenteurer im Dschungel eurer Fantasie und oft sind die Texte, die bei diesen Exkursen entstehen, ein wichtiger Wegweiser zum eigenen Schreibstil. Egal in welches Genre sich eure Texte einordnen, euer Stil Geschichten zu erzählen wird unverkennbar sein.

Tipp #6 Sei stets mit Stift und Notizbuch bereit

Ich verrate euch ein Geheimnis, das eigentlich keins ist: Inspiration lauert überall. Und meist macht sie sich dann bemerkbar, wenn man nicht damit rechnet. Deshalb: immer einen Stift und Notizbuch oder Notizfunktion im Handy bereit haben. Haltet alle Ideen fest, irgendwann entsteht der Text dazu von allein.
Auch Spaziergänge in der Natur regen die Fantasie an. Lasst euch treiben und sammelt Ideen ohne sie zu bewerten.
Ebenso inspirierend können Musik, Theater, Filme und Gespräche mit anderen Menschen sein.
An ungewöhnlichen Orten, wie in der Dusche, kommen oftmals die besten Ideen oder wenn gerade andere Dinge Vorrang vorm Schreiben haben sollten.
Macht einfach das, was euch Spaß macht und schreibt über das, was euch bewegt und interessiert. Dann werden eure Geschichten persönlicher und ihr könnt überzeugt hinter eurer Geschichte stehen, sodass auch Durststrecken im Korrigieren und der Recherche besser überstanden werden und die Lust aufs Schreiben nicht vergeht.

Fotocredit: Katja Frühauf

Tipp #7 Lese zur Inspiration

Schreiberlinge sollten sich lesend fortbilden. In Büchern lauern wertvolle Schätze vergessenen Wortschatzes. Besonders zu empfehlen sind Klassiker, quer durchs Stilgemüsebeet. Dabei lernt ihr nicht nur verschiedene Schreibstile, sondern auch Genres und Epochen kennen. Ihr habt schwache Nerven? Vielleicht findet ihr einen Krimi, der locker und lustig geschrieben ist und einen ungewohnten Kontrast im Bücherregal einziehen lässt.

Vom Schreiben leben

Ganz ehrlich, welcher Schreiberling möchte nicht gern sein eigenes Buch in den Händen halten? Die Möglichkeiten diesen Traum zu verwirklichen, sind vielfältig und es bedarf gründlicher Recherche, bevor man sich für einen Weg der Publikation entscheidet.
Mein Tipp für euch: lasst euch Zeit und findet euren Verlag, geht nicht zu einem Bezahlverlag, nur um den Traum vom Buch endlich erfüllt zu sehen. Das lohnt sich nicht! Am Ende müsst ihr nicht nur das Marketing selbst in die Hand nehmen, sondern auch viel Geld. Und ein Autor sollte niemals dafür bezahlen, dass sein Buch verlegt wird!
Bis man vom Schreiben leben kann, ist es ein langer Weg und nicht allen wird dieser Wunsch erfüllt. Es ist nicht schlimm, wenn die Schreiberei Hobby bleibt. Ihr begebt euch auf eine Reise zu euch selbst, eure Fantasie hat keine Grenzen und das ist eine so wertvolle Erfahrung, die euch niemand nehmen kann! Seid neugierig und begebt euch auf Abenteuersuche in die Tiefen eurer Fantasie – es lohnt sich, sie zu entdecken!

Habt Ihr auch Erfahrungen mit dem Schreiben? Wie geht Ihr beispielsweise mit Schreibblockaden um?
Habt Ihr Fragen an Autorin Katja Frühauf? Stellt sie uns gerne. Ihr dürft Euch außerdem auf mehr Gastbeiträge von ihr gespannt sein. 🙂

Alles Liebe,

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