Ganz spontan entschloss ich mich meinen Freund D auf seine Dienstreise nach Ungarn zu begleiten. An einem Montagabend vor Weihnachten setzten wir uns beide in sein Firmenauto und fuhren von Wien ca. 2 1/2 Stunden. Während er den ganzen nächsten Tag arbeiten musste, wollte ich auf eigene Faust und zu Fuß ein wenig die Stadt erkunden. Wenn ihr wissen wollt, was man alles an einem Tag in Budapest erleben kann, lest gerne weiter.

BUDAPEST
Budapest ist die Hauptstadt von Ungarn, ist durch die Donau in zwei Stadtteile geteilt (das hügelige Buda und das flache Pest) und wird auch als „Perle der Donau“ bezeichnet. Verbunden sind die beiden Teile durch mehrere Brücken: die erste und älteste ist die Kettenbrücke aus dem 19. Jahrhundert. Mit einer Seilbahn oder zu Fuß gelangt man auf den Burghügel von Buda, wo ich eine atemberaubende Aussicht genießen konnte

where to stay: Wir verbrachten die eine Nacht im Hotel Museum, ein schönes und sehr zentral gelegenes Hotel. Von dort kann mal problemlos und schnell in die Stadt gelangen, sowie sind Ubahn-Linien, Busse und Straßenbahnen in unmittelbarer Nähe. Wir hatten außerdem einen Parkplatz für das Auto.
Kosten (über booking.com): 65€/Nacht für 2 Personen, Frühstück 12€ pro Person

what to do: Meine Tagestour startete am Bahnhof (welcher mich sehr an Harry Potter und das Gleis 9 3/4 erinnerte). Entlang der Thököly, bog ich links auf die Dózsa György ab und gelangte so zum Heldenplatz oder Milleniumplatz (Hősök tere). Viele Statuen von Helden der ungarischen Geschichte auf Pferden säumen diesen Platz. Links und rechts findet man die Kunsthalle, sowie das Museum der Bildenden Künste. Hinter dem Heldenplatz liegt das „Stadtwäldchen“: ein großer grüner Park mit einigen Sehenswürdigkeiten. Auf dem See vor dem Vajdahunyad Schloss kann man im Winter eislaufen gehen. Dort ist auch ein Museum und das Denkmal des Anonymus.
Hinter dem Schloss befindet sich das Széchenyi Heilbad, welchem ich das nächstes Mal bestimmt einen Besuch abstatten werde. Das Freibad ist im neobarocken Stil errichtet worden und es zählt zu den schönsten Bädern Budapests. Ein Stück dahinter liegt der Zoo.

Über den Heldenplatz spazierte ich über die Andrássy út (die Champs-Élysées von Budapest) zurück ins Zentrum der Stadt. Ich kam an vielen Villen (unter anderen war auch jene von Cruella de Vil dabei, haha), Botschaften, Luxus-Geschäften und auch an der Oper vorbei. Ich ging weiter bis ich an eine große Kreuzung kam, wo ein Riesenrad steht.
Ich fand mich schließlich bei der St.-Stephans-Basilika (Szent István Bazilika) wieder. Der Ausblick vom höchsten Punkt soll toll sein. Durch den Christkindlmarkt in der Fußgängerzone machte ich mich am Weg Richtung Donau. Ich kam dabei am dicken Polizisten vorbei, dem ich den Bauch streichelte, denn das soll mir gutes Essen bringen.

Von der Pester Seite überquerte ich die Donau schließlich über die Kettenbrücke (die erste und älteste Brücke, deren Eingänge mit Löwen gesäumt ist) und gelangte so auf die Buda Seite. Dort angekommen, am Nullpunkt Budapests kann man entweder mit der alten Standseilbahn auf den Burgberg hinauffahren oder von dort aus zu Fuß marschieren, was ich machte. Wenn man auf seinen Weg immer kurz inne hält, bietet sich der beste Panoramablick über die Donau und die Pester Seite. Das Viertel auf dem Burgberg erinnert an Barock. Ich spazierte durch das Seufzertor zum Großen Rondell, wo gerade mit Trommelwirbel und ein paar Kunststücken Wacheablöse vollzogen wurde. Dort ist auch die Statue des Turul-Vogel, der ein Schwert umklammert zu bewundern.
Ich spazierte weiter in das kleine Städtchen hinein und kam zur Matthias Kirche. Dort wurden Kaiser Franz Josef und Kaiserin Sissi damals zu König und Königin von Ungarn gekrönt. Gleich daneben befindet sich die wunderschöne Fischerbastei (aus der Romantik), durch die Bögen hat man einen noch besseren Ausblick auf Pest und das imposante Parlament. Durch kleine Gassen spazierte ich vor bis zu den National Archives of Hungary, kaufte danach in einem kleinen Souvenir-Laden Postkarten und setzte mich zum Schreiben und Aufwärmen in den Starbucks bei der Fischerbastei.

Bei Dämmerung und zunehmend schöner Beleuchtung der Stadt ging es über die Kettenbrücke zurück nach Pest. Ich fand mich schließlich im Jüdischen Viertel (7. Bezirk, Elisabethstadt, Zsidónegyed) wieder, ein absoluter Trendbezirk mit tollen Geschäften und Lokalen. Ich spazierte die Király utca entlang und schließlich durch die Gozsdu-Höfe (à la Hackeschen Höfe in Berlin). Dort gibt es eine Menge cooler Bars und Restaurants und ich entdeckte auch ein Lokal von Jamie Oliver. Ich kam in der Kazinczy utca auch an der ersten Ruinenkneipe Szimpla kert vorbei, nächstes Mal muss diese besucht werden. Ruinenkneipen oder auch Ruin Pubs gehören zu Budapest. Sie befinden sich in alten, verlassenen Gebäuden mit großen Innenhof. Im Sommer picknicken dort Leute in einmaligen Flair.

Mit irrsinnigen müden Füßen spazierte ich als letztes zur größten Synagoge Europas (Dohány Utcai Zsinagóga). Leider war ich zu spät dran und konnte nicht mehr hinein. Im Innenhof befindet sich nämlich eine Skulptur einer Trauerweide als Holocaust-Denkmal. Ihre silber schimmernden Blätter tragen die Namen der Opfer. Müde und total k.o. wartete ich bei einer Bushaltestelle, wo D mich mit dem Auto abholte und wir fuhren zurück nach Wien.
Weitere Spots: die zentrale Markthalle: gehandelt wird hier um Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Souvenirs. Essenstände findet man hier ebenso.

where to eat: Am Abend waren wir in der Fröccsterasz essen, ein super nettes Plätzchen, das D schon von seinen früheren Aufenthalten kannte. Zu den ungarischen Spezialitäten gehört der Baumkuchen, den ihr unbedingt dort probieren müsst. Hmmm!!! ♡ Man findet diesen an vielen Straßenständen. Ich könnte mich darin eingraben, ich nehme meinen am liebsten mit Kakao! Sowie Lángos: Brotfladen aus Kartoffelteig, die frittiert werden und meistens mit viel Knoblauch, Sauerrahm und Käse gegessen werden. Köstlich und ganz anders als bei uns. Statt Pizza und Kebap gibt es in Ungarn als nächtlichen Imbiss Lángos. Weitere Spezialitäten wären zum Beispiel Paprika, Salami und natürlich die Gulaschsuppe.
Weiteres zum Ausprobieren: Goa Mama Café, Spíler, Szimpla Kert, Robinson Restaurant

other tips: In Ungarn gibt es keinen Euro, man zahlt mit Forint. 1€ sind ca. 309 Forint (HUF). Ich würde das Geld dort am Bankomaten beheben. Es gibt auch die Budapest CARD für 24, 48 oder 72 Stunden mit der ihr kostenlos Öffis fahren könnt und außerdem gratis Eintritte in einige Museen, zwei geführte Stadttouren und weitere Rabatte genießen könnt.

Alles Liebe,

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